Newsletter September 2017

Liebe Mitglieder und Interessierte des Vereins „Pro Stadtbibliothek St. Gallen“

Montagslesen, 4.September, mit Rupert Kalkofen
   Nach der Sommerpause startet das "Montagslesen" im Café St Gall in der Bibliothek Hauptpost in den Herbst: zu Gast ist der St.Galler Germanist Rupert Kalkofen, ein Spezialist für Schelmenromane. In diese Kategorie fällt auch seine "Lieblingslektüre", aus der er am nächsten Montag vorlesen wird: Edgar Hilsenraths "Der Nazi & der Friseur", das 1971 auf Englisch und 1977 auf Deutsch erschienen ist. Es ist eine Groteske über den Holocaust, in der ein KZ-Aufseher nach dem Krieg eine jüdische Identität annimmt, um nicht als Täter zur Rechenschaft gezogen zu werden.
   Edgar Hilsenrath ist 1926 in Leipzig geboren, erlitt während des Kriegs Flucht und Deportation, lebte danach lange Zeit im Exil in New York und kehrte 1975 aus Liebe zur Sprache nach Deutschland zurück. Mit seinen 91 Jahren ist Hilsenrath einer der ältesten lebenden Schriftsteller. Er ist immer noch aktiv auf Twitter. Und sein Werk hat Langzeitwirkung: Die Bühnenfassung von "Der Nazi & der Friseur" wird gerade im Oktober wieder in Köln gespielt.
   Der Literaturwissenschaftler Rupert Kalkofen ist Sekretär der kulturwissenschaftlichen Abteilung der Universität St.Gallen und Dozent an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Er ist ein profunder Kenner von Hilsenraths Werk und beschäftigt sich unter anderem mit dem Erzählen im Grenzbereich von Wirklichkeit und Fiktion.

 Mit freundlichem Gruss

Christian Crottogini