Newsletter Februar 2016

Liebe Mitglieder, Interessentinnen und Interessenten
des Vereins «Pro Stadtbibliothek St.Gallen»
 

«Das Internet ist kein auf Dauer angelegter Wissensspeicher. Wer behauptet, er ersetze vollständig die Bibliotheken, gehört zu den Schildbürgern, die meinen, keine Elektrizitätswerke zu brauchen, weil sie doch Steckdosen haben». Dies ein Zitat aus einem Artikel in der NZZ von Prof. Schneider. Er hinterfragt unser grenzenloses Vertrauen in das Internet. Diese Datenwolke ist zwischenzeitlich knapp 20 Jahre alt und niemand kann voraussehen, wie die Wolke sich weiter entwickelt. 20 Jahre sind auf der Zeitachse der Geschichte schlicht Peanuts. Unser Wissen hat sich über die Jahrtausende weiter verbreitet, dank dem immer wieder neu entwickelten habtischen Zugang zu den Medien. Prof. Schneider fordert darum mit Nachdruck ein Nebeneinander der Wissenskonservierung, um einen Blackout zu vermeiden.   
    Apropos Blackout sind mir die vor knapp 20 Jahren gebräulichen Disketten zur Speicherung von Daten in den Sinn gekommen. Briefvorlagen, Formulare, aber auch Artikel, wurden damals fein säuberlich auf je einzelne Handflächen grosse Scheiben kopiert und bei Gebrauch im PC eingelesen. Ich habe zufällig noch einzelne dieser Disketten: lesen kann ich sie aber schon lange nicht mehr, weil die dazu erforderlichen Geräte schon längst abgeschafft sind. Nur jene Daten sind noch zugänglich, die von mir auch ausgedruckt wurden ... Bleibt nur zu hoffen, dass zumindest die für den Drucker verwendete Tinte nicht schon bald verblasst und sich auflöst.


Montagslesen mit Daniel Fuchs

Am nächsten Montag, 1. Februar, um 18.30 Uhr, findet wieder das «Montagslesen» im Café St Gall in der Bibliothek in der Hauptpost statt. Für diesesmal hat Eva Bachmann den St.Galler Büchernarr Daniel Fuchs zum Vorlesen motivieren können. Er ist ein profunder Kenner der karibischen und südamerikanischen Literatur und wird einen Autor vorstellen, für den er seit Jahren eine grosse Schwäche hat: den Kubaner Reinaldo Arenas.
    Gelesen werden Passagen aus dem autobiografischen Roman «Bevor die Nacht kommt», die in der Verfilmung von Julian Schnabel einem breiten Publikum bekannt wurde. Arenas war anfänglich ein Anhänger der Revolution. Der nonkonformistische Lebensstil als Homosexueller zwang ihn dann aber doch zur Flucht in die USA. Als zweiten Lieblingstext hat Daniel Fuchs eine Geschichte von Richard Brautigan aus dem Band «Die Rache des Rasens» ausgewählt, einem amerikanischen Kultautor von sprühender Fantasie der 1960er- und 70er-Jahre. 

Weitere Veranstaltungen im Februar, die uns von den Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek gemeldet wurden: 

Montag, 15. Februar 2016, 10 Uhr / Raum für Literatur in der Hauptpost
Christian Schmid liest aus «Näbenusse – ein Kind erwacht zur Sprache»
http://www.bibliosg.ch/news/bibliothek-hauptpost/2016/01/matinee.html

Samstag, 20. Februar 2016, 18.15 Uhr / Turmzimmer Bibliothek Hauptpost
Italienische Lesung «Poesie in canto – incanto die Poesie», mit Prof. Fabio Pierangeli
http://www.bibliosg.ch/news/bibliothek-hauptpost/2016/01/italienische-lesung.html

Freitag, 26. Februar 2016, 19.15 / Café St Gall
Andreas Köhler liest aus Nayers Weg zum Sacromonte, Dritte Episode
http://www.bibliosg.ch/news/bibliothek-hauptpost/2016/01/lesung.html

Mit freundlichem Gruss
Christian Crottogini